AfD in NRW zerfleischt sich: Führungsstreit eskaliert

Die AfD in Nordrhein-Westfalen befindet sich in einer tiefen inneren Krise. Bundesvize Christian Tritschler wirft dem NRW-Landeschef Andreas Vincentz schwere Führungsversäumnisse vor und spricht von einem „Krebsgeschwür“ innerhalb der Partei. Vincentz’ Umfeld spricht hingegen von einer „neuen Eskalationsstufe jenseits von Gut und Böse“.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Tritschler kritisiert, dass in NRW sogenannte „Sekten“ entstanden seien und die Partei „ins Kriminelle abgleite“. Er fordert eine umfassende Aufarbeitung und Kontrolle der finanziellen und organisatorischen Strukturen im größten Landesverband der AfD. Besonders brisant ist die Anspielung auf undurchsichtige Geldflüsse und enge Verbindungen zu extremistischen Kreisen.

Das Umfeld von Landeschef Vincentz weist die Anschuldigungen vehement zurück und sieht dahinter einen gezielten Putschversuch von der Bundesebene. Man sei bestrebt, die Partei in NRW unabhängig und stark aufzustellen – ohne Einmischung aus Berlin. Die Auseinandersetzung droht jedoch die ohnehin angespannte Glaubwürdigkeit der Partei weiter zu beschädigen.

Politikbeobachter warnen, dass der offene Zerfall des NRW-Landesverbandes nicht nur die AfD selbst schwächen, sondern auch die politische Debatte im bevölkerungsreichsten Bundesland zusätzlich polarisieren könnte. Die Staatskanzlei in Düsseldorf beobachtet die Entwicklung mit Sorge, auch wenn offiziell keine Stellungnahme erfolgt.

Quellen: Welt Online