Boliviens Präsident Rodrigo Paz kündigt Kabinettsumbildung an

Der bolivianische Präsident Rodrigo Paz hat in einer Reaktion auf die anhaltenden Proteste im Land eine umfassende Kabinettsumbildung angekündigt. Die Proteste, die sich gegen die wirtschaftliche Lage und die politische Führung richten, haben sich in den letzten Wochen intensiviert und zu einem angespannten Klima geführt. Paz erklärte, dass die Umbildung darauf abzielt, ein ‚Kabinett, das zuhören kann‘, zu schaffen und einen Rat für Indigene, Bauern und Bergleute einzurichten.

Die Proteste haben weite Teile der Hauptstadt La Paz lahmgelegt und führten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. In einem weiteren Schritt hat Paz bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) einen Versuch der ‚institutionellen Destabilisierung‘ angeprangert. Unterstützung erhielt er dabei von den Vereinigten Staaten, die die Proteste mit kriminellen Aktivitäten und Drogenhandel in Verbindung bringen.

Diese Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt steigender diplomatischer Spannungen in der Region. Insbesondere die Beziehungen zu Kolumbien sind angespannt, nachdem Bolivien die kolumbianische Botschafterin Elizabeth García ausgewiesen hat.

Quellen: Al Jazeera English, El País – Americas, ZEIT Online – Außenpolitik, Mercopress, The Guardian – World