RSF-kontrollierte ‚Future Bank‘ agiert als ungenehmigte Geldtransferplattform im Sudan

Das anhaltende Chaos im sudanesischen Finanzsystem wird zunehmend von nichtstaatlichen Akteuren ausgenutzt. Die von den Rapid Support Forces (RSF) kontrollierte ‚El Mustaqbal‘ genannte ‚Future Bank‘ operiert laut einem neuen Bericht des Sudan Transparency and Policy Tracker (STPT) als ungenehmigte Geldtransferplattform in von den Milizen kontrollierten Gebieten. Die Bank, die in besetzten Teilen von Khartoum und Darfur aktiv ist, bietet Dienstleistungen an, die offiziell nur staatlich lizenzierte Institute anbieten dürfen.

Laut dem Forscher Omer Sidiahmend, Autor der Studie, fungiert die Future Bank als zentraler Bestandteil eines informellen Finanznetzwerks, das direkte Unterstützung für die RSF-Kriegsmaschinerie ermöglicht. Durch unkontrollierte Geldtransfers, Devisenhandel und die Umgehung internationaler Sanktionen finanziere die Institution nicht nur ihre eigenen Strukturen, sondern unterwandle auch das legitime Bankensystem des Sudans.

Die RSF hat in den von ihr kontrollierten Gebieten eine Art Parallelverwaltung errichtet, zu der auch Bildung, Sicherheit und nun auch Finanzdienstleistungen gehören. Die Expansion der Future Bank unterstreicht die wachsende institutionelle Verankerung der Milizen – ein Trend, der langfristig die Wiederherstellung eines einheitlichen Staates erschweren könnte. Experten warnen, dass ohne internationale Aufsicht und Transparenz solche Strukturen dauerhafte Spaltungen im Staat fördern.

Quellen: AllAfrica – East Africa