Die Abyei Civil Society Organizations haben betont, dass die Teilnahme der Region an den geplanten sudanesischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Dezember 2026 nicht als Anerkennung der endgültigen staatlichen Zugehörigkeit zum Sudan gewertet werden darf. Rose Monjtoog Dau, Leiterin der Bürgerbewegung, begrüßte zwar die Unterstützung durch die Misseriya Ajaira für die Port-Sudan-Erklärung, die die Wahlbeteiligung Abyeis vorsieht, machte aber deutlich, dass dies die langjährige Forderung nach einem Referendum über die Selbstbestimmung nicht ersetze.
Abyei, eine ölreiche Grenzregion zwischen dem Sudan und dem Südsudan, ist seit Jahrzehnten umstritten. Während die Ngok-Dinka die Zugehörigkeit zum Südsudan fordern, beanspruchen die nomadisch lebenden Misseriya-Stämme Rechte im Rahmen des Sudans. Die 2011 vereinbarte Regelung für ein Selbstbestimmungsreferendum wurde bis heute nicht umgesetzt. Die aktuelle Debatte um die Wahlbeteiligung droht, diese Kernfrage zu verwässern, warnen Beobachter.
Dau betonte, dass die Einbindung Abyeis in den politischen Prozess wichtig sei, jedoch nur unter der Bedingung, dass die rechtlichen und historischen Ansprüche der Bevölkerung respektiert blieben. Internationale Organisationen wie die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen wurden aufgefordert, den Prozess kritisch zu begleiten, um eine einseitige Festlegung der territorialen Zugehörigkeit zu verhindern.
Quellen: AllAfrica – East Africa