Die temporäre Zeltunterkunft für obdachlose Menschen in der Bockenheimer Anlage in Frankfurt wird ab August 2026 schrittweise abgebaut. Die Stadt hat angekündigt, die Bewohnerinnen und Bewohner in bis zu vier festen Einrichtungen unterzubringen, die dauerhaftere und geschützte Wohnformen bieten sollen. Das Projekt markiert einen weiteren Schritt in Frankfurts Strategie zur langfristigen Unterstützung von Wohnungslosen.
Die Zeltstadt war während der Corona-Pandemie als Notunterkunft eingerichtet worden, um Abstand und Hygienebedingungen sicherzustellen. Inzwischen wird sie jedoch als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Die Stadtverwaltung betont, dass feste Gebäude bessere Grundlagen für medizinische Betreuung, psychosoziale Unterstützung und die Integration in den Arbeitsmarkt bieten. Die neuen Einrichtungen sollen dezentral angelegt sein, um Überfüllung zu vermeiden und individuellere Betreuung zu ermöglichen.
Obdachlosenhilfe-Organisationen begrüßen den Schritt, warnen aber vor zu schnellen Übergängen. Wichtig sei, dass niemand auf die Straße zurückkehre und dass ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehe. Die Stadt versichert, dass die Umverteilung kontrolliert und begleitet erfolgen werde. Die Schließung der Zeltunterkunft ist Teil einer umfassenderen Wohnraumstrategie, mit der Frankfurt bis 2030 die Zahl der Menschen ohne feste Unterkunft deutlich verringern will.
Quellen: FAZ Online