Ein bemerkenswerter Fall aus dem Bildungssystem Nordrhein-Westfalens sorgt derzeit für Furore: Eine Lehrerin war demnach fast 17 Jahre lang durchgehend krankgeschrieben, erhielt in dieser Zeit aber laut Berichten regelmäßige Gehaltserhöhungen. Das Verwaltungsverfahren, das solche Regelungen ermöglichte, zieht nun weitere Kreise und stößt auf scharfe Kritik aus Politik und Öffentlichkeit.
Die betroffene Lehrkraft soll über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen sein. Gleichzeitig lief ihr Einkommen über das Beamtenrecht weiter, das bei langjährigen Erkrankungen auch nach einer gewissen Dauer noch Gehaltsstufenanstiege vorsieht. Dieser Mechanismus, ursprünglich zur Sicherung der Lebenslage von Beamten gedacht, wird nun als veraltet und missbräuchlich kritisiert.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung sieht sich im Zuge des Falles in der Defensive. Bildungspolitiker aller Parteien fordern nun eine Überprüfung der Regelungen, um sicherzustellen, dass öffentliche Mittel nicht ungerechtfertigt eingesetzt werden. Gleichzeitig mahnen Fachleute zu Sensibilität im Umgang mit langjährigen Erkrankungen und warnen davor, betroffene Personen pauschal zu stigmatisieren. Dennoch bleibt der Fall ein Aufreger – nicht nur für Eltern und Lehrkräfte, sondern auch für die Verwaltungsreformdebatte im größten deutschen Flächenland.
Quellen: Welt Online