Ein neu gestartetes Forschungsprojekt an der Universität Potsdam soll Behörden und öffentlichen Institutionen künftig effektiver Werkzeuge an die Hand geben, um gezielt Desinformationen im digitalen Raum zu erkennen und entgegenzuwirken. Das Projekt, das in Kooperation mit weiteren wissenschaftlichen Partnern aus Deutschland und Europa entsteht, wird mit mehreren Millionen Euro durch öffentliche Fördermittel unterstützt.
Die Forscher:innen entwickeln unter anderem digitale Analyseverfahren, um Desinformationskampagnen frühzeitig zu identifizieren und deren Verbreitungswege nachzuvollziehen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Schnittstellen zwischen Medien, Politik und öffentlicher Verwaltung, wo Fehlinformationen besonders nachhaltige Wirkung entfalten können. „Es geht nicht nur um Technologie, sondern auch um die Sensibilisierung von Entscheidungsträgern“, sagte ein Projektsprecher der Universität.
Das Projekt wird als bundesweites Pilotvorhaben betrachtet und könnte künftig als Leitfaden für andere Bundesländer dienen. Die Ergebnisse sollen in Form von Schulungsprogrammen, Leitfäden und automatisierten Monitoring-Tools an Ministerien, Kommunen und Sicherheitsbehörden weitergegeben werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention vor Wahlen und anderen sensiblen gesellschaftlichen Phasen.
Die Universität Potsdam verfügt bereits über umfangreiche Expertise in den Bereichen Medienforschung, Informatik und politische Kommunikation. Mit dieser Förderung wird ihre Rolle als zentraler Akteur in der deutschen Desinformationsforschung weiter ausgebaut. Die Arbeiten sollen über einen Zeitraum von drei Jahren laufen.
Quellen: Der Tagesspiegel