AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt: Experten warnen vor hohen Kosten und riskanten Plänen

Die AfD in Sachsen-Anhalt steht zwei Wochen vor der Landtagswahl am 6. September 2026 unter wachsender fachlicher Kritik. Wirtschaftsexperten warnen vor den finanziellen Folgen des Wahlprogramms der Partei, das eine Vielzahl kostenintensiver Maßnahmen verspricht – von Steuersenkungen bis hin zur Rückkehr zur Atomkraft. Nach Schätzungen müssten die Pläne fast eine Milliarde Euro zusätzliche Ausgaben verursachen, ohne dass die Partei belastbare Finanzierungsmodelle vorlegt.

Insbesondere die geplante Wiederaufnahme der Atomkraftnutzung stößt auf massive Kritik. Fachleute verweisen auf die hohen Sicherheitskosten, die fehlende Genehmigungsgrundlage und den Widerspruch zu bundesweiten Energierichtlinien. Auch die angekündigten Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels werden skeptisch betrachtet: Die vorgeschlagenen Maßnahmen seien wenig konkret und ignorierten bestehende Qualifizierungsstrukturen.

Parallel zeigt das RTL/ntv-Trendbarometer einen weiteren Aufwind für die AfD im Bundestrend: Sie baut ihren Vorsprung gegenüber der Union auf sechs Prozentpunkte aus. In Sachsen-Anhalt, wo die Partei bereits in Umfragen führt, sorgt dies für politische Anspannung. Die Linke legt ebenfalls zu und verdrängt die SPD von Platz vier im Vergleich der im Bundestag vertretenen Parteien. Die Diskussion um die fachliche Tragfähigkeit politischer Programme gewinnt damit an Brisanz – besonders in einem Bundesland mit strukturellen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Quellen: MDR – Nachrichten, ntv – Nachrichten