Der geplante Gerichtsprozess gegen drei prominente Angeklagte im Zusammenhang mit dem Mord an dem bekannten burkinischen Journalisten Norbert Zongo wurde erneut verzögert. Wie der Generalstaatsanwalt mitteilte, wurde die Verhandlung aufgrund einer eingereichten Berufung verschoben. Den Beschuldigten werden Mord, vorsätzliche Zerstörung von Eigentum und Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Zongo, Herausgeber der Zeitung L’Indépendant, war 1998 ermordet worden, nachdem er über Missbrauch innerhalb der damaligen Regierung recherchiert hatte.
Sein Tod löste damals massive Proteste aus und wird bis heute als eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der burkinischen Pressefreiheit angesehen. Die erneute Verzögerung des Prozesses sorgt bei Menschenrechtsorganisationen und der Zivilgesellschaft für Frustration. Viele Bürger sehen in dem Fall einen Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Justiz im Land, besonders vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen Instabilität und der militärischen Machthaberregierung.
Zongo hatte kurz vor seinem Tod über die Ermordung des Chauffeurs des Bruders des damaligen Präsidenten Blaise Compaoré berichtet. Sein eigenes Attentat wurde lange Zeit nicht lückenlos aufgeklärt, und die Verfahren gegen die mutmaßlichen Täter zogen sich über Jahrzehnte hin. Die aktuelle Verhandlung galt als möglicher Durchbruch – doch die neue Berufung lässt weitere juristische Verzögerungen erwarten. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bleibt hoch, da der Fall auch heute noch symbolisch für die Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch und Straflosigkeit in Burkina Faso steht.
Quellen: Africanews EN