Neue Untersuchungen des amerikanischen Think Tanks Center for Advanced Defense Studies beleuchten die zunehmende Rolle russischer Lufttransporte in Burkina Faso, Mali und Niger. Demnach nutzen sogenannte ‚Africa Corps Airlines‘ ein Netzwerk aus sieben Fluggesellschaften – darunter russische und staatliche afrikanische Anbieter –, um Waffen, Ausrüstung und militärisches Personal in die von Konflikten geprägten Sahelstaaten zu befördern. Die Lieferungen erreichen geheime Militärbasen, die unter der Kontrolle der jeweiligen Militärregierungen stehen.
Die Berichte deuten darauf hin, dass diese Luftbrücken strategisch koordiniert sind und eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung der militärischen Machthaber spielen, die seit den Putschen ab 2021 an der Macht sind. Burkina Faso, das 2022 offiziell die Zusammenarbeit mit westlichen Partnern wie Frankreich beendete und sich stattdessen enger an Russland annäherte, ist ein zentraler Bestandteil dieser Logistikkette. Die russische Söldnergruppe Wagner, inzwischen formalisiert unter dem Namen ‚Africa Corps‘, wird seitdem wiederholt mit Präsenz und Ausbildungseinheiten im Land in Verbindung gebracht.
Die aufgedeckten Flugrouten umfassen sowohl zivile als auch militärische Flughäfen und nutzen oft wenig kontrollierte Landeplätze, um Sanktionen und internationale Aufsicht zu umgehen. Beobachter warnen, dass diese Entwicklung die regionale Machtbalance weiter zugunsten autoritärer Regime und ausländischer Einflussnahme verschiebt. Gleichzeitig bleibt unklar, ob die gelieferte Unterstützung zur Verbesserung der Sicherheitslage beiträgt oder die Konflikte durch militärische Eskalation weiter verschärft. Die Enthüllungen unterstreichen die wachsende geopolitische Bedeutung des Sahels als neues Schlachtfeld indirekter Einflussnahme – mit Burkina Faso im Zentrum.
Quellen: The Africa Report