Hitzefrei an Sachsens-Anhalts Schulen: Über 3.800 Unterrichtsstunden entfallen

In Sachsen-Anhalt mussten Schülerinnen und Schüler im vergangenen Schuljahr aufgrund extremer Temperaturen regelmäßig Hitzefrei einlegen. Laut Angaben des MDR fielen landesweit mehr als 3.800 Unterrichtsstunden aus, weil Klassenräume bei Hitzeperioden nicht ausreichend gekühlt werden konnten.

Betroffen waren vor allem ältere Schulgebäude, in denen weder Klimaanlagen noch effektive Lüftungssysteme installiert sind. Lehrkräfte und Eltern kritisieren, dass Sanierungsmaßnahmen zu langsam voranschreiten. Besonders in städtischen Ballungsräumen wie Halle oder Dessau-Roßlau zeigten sich die Folgen des Klimawandels deutlich, da hier die sogenannte städtische Wärmeinsel verstärkt wirkt.

Die Landesregierung hat zwar ein Programm zur energetischen Sanierung von Schulen gestartet, doch die Umsetzung gestaltet sich weiterhin als langwierig. Bildungspolitiker fordern nun beschleunigte Investitionen, um den Unterricht auch in zukünftigen heißen Sommern sicherzustellen. Gleichzeitig wird diskutiert, ob bei extremen Temperaturen alternative Unterrichtsformate wie digitale Lernangebote stärker genutzt werden sollten.

Die Zahl der ausgefallenen Stunden verdeutlicht die wachsenden Herausforderungen, mit denen das Bildungssystem durch den Klimawandel konfrontiert ist. Experten warnen, dass sich solche Hitzewellen in den kommenden Jahren häufen könnten – und damit auch der Druck auf die Infrastruktur der Schulen weiter steigt.

Quellen: MDR – Nachrichten