Frauen in Simbabwe fordern Anerkennung für unbezahlte Hausarbeit

In weiten Teilen Simbabwes tragen Frauen und Mädchen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Hausarbeit – von Kochen und Putzen bis zur Kinderbetreuung. Diese alltägliche Arbeit bleibt meist unsichtbar und wird weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich angemessen gewürdigt. Nun gewinnt die Forderung nach Anerkennung an Dynamik, insbesondere in Städten wie Mutare, wo Aktivistinnen auf die entgangenen Bildungs- und Erwerbschancen hinweisen.

Laut Schätzungen der regionalen Entwicklungsorganisation SADC leisten Frauen in Südafrika und Nachbarländern durchschnittlich dreimal so viel unbezahlte Arbeit wie Männer. In ländlichen Gebieten Simbabwes beginnen Mädchen oft bereits im jungen Alter von zehn Jahren, Haushalte zu unterstützen – häufig auf Kosten der Schulbildung. Expert:innen warnen, dass dies langfristig die wirtschaftliche Gleichstellung behindert.

Neue Politikansätze in Prüfung

Regierungsnahe Thinktanks und Genderexperten erwägen derzeit Maßnahmen, um diesen Arbeitsanteil sichtbar zu machen – etwa durch die Integration in nationale Wirtschaftsstatistiken oder durch Pilotprojekte zur monetären Bewertung. Inspiriert von Modellen aus anderen afrikanischen Ländern wie Ruanda und Südafrika, soll auch eine stärkere Aufteilung häuslicher Pflichten zwischen den Geschlechtern gefördert werden.

„Unsere Arbeit hält Familien zusammen, aber niemand sieht sie“, sagte eine Aktivistin aus Mutare. „Es ist Zeit, dass die Politik erkennt: Hausarbeit ist keine Selbstverständlichkeit – sie hat Wert.“ Die Debatte könnte in naher Zukunft zu konkreten Gesetzesvorschlägen führen, die das traditionelle Rollenmodell in simbabwischen Haushalten nachhaltig verändern.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – Business