Forscher der Universitätsmedizin Greifswald haben einen entscheidenden Durchbruch bei der Diagnose des sogenannten Takotsubo-Syndroms erzielt – auch bekannt als Broken-Heart-Syndrom. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich wurde ein neues Verfahren entwickelt, das es Ärzten erlaubt, das Syndrom sicher und ohne schwerwiegende Eingriffe vom akuten Herzinfarkt zu unterscheiden. Dies ist besonders wichtig, da beide Erkrankungen ähnliche Symptome zeigen, aber unterschiedliche Behandlungswege erfordern.
Das Takotsubo-Syndrom tritt häufig nach starken emotionalen oder physischen Belastungen auf und führt zu einer vorübergehenden Schwächung des Herzmuskels, meist ohne Verschluss der Herzkranzgefäße. Bisher war zur sicheren Diagnose oft eine Herzkatheteruntersuchung nötig – ein invasiver Eingriff mit potenziellen Risiken. Das neue Verfahren kombiniert hochauflösende Ultraschallanalysen mit spezifischen Biomarkern im Blut und reduziert so die Notwendigkeit solcher Eingriffe deutlich.
Prof. med. Sarah Lenz aus Greifswald betonte: „Wir können nun schneller und schonender entscheiden, ob es sich um ein psychosomatisch ausgelöstes Ereignis handelt oder um einen klassischen Infarkt.“ Die Methode wird derzeit in einer multizentrischen Studie weiter validiert, könnte aber bereits in den nächsten Jahren in klinische Leitlinien einfließen. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet dies eine Stärkung der medizinischen Forschungslandschaft – besonders im Bereich der Kardiologie.
Quellen: MDR – Nachrichten