Ein hochrangiger Beamter aus Simbabwe ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden, nachdem eine Fähre auf dem Lake Kariba sank und dabei mindestens 97 Menschen ums Leben kamen. Wie die simbabwische Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde Ignatius Chiome (49), Distriktkoordinator der Kariba Rural Infrastructure Development Agency (RIDA), verhaftet und offiziell beschuldigt, an dem Unglück durch grobe Fahrlässigkeit beteiligt gewesen zu sein.
Das Unglück ereignete sich, als die überladene Fähre zwischen den Ufern des Lake Kariba unterwegs war – einem der größten Stauseen der Welt, der die Grenze zwischen Simbabwe und Sambia bildet. Augenzeugen berichteten von schweren Sicherheitsmängeln, darunter Überladung und fehlende Schwimmwesten. Die genaue Todeszahl könnte noch steigen, da einige Passagiere weiterhin vermisst werden.
Chiome wird vorgeworfen, für die Sicherheitsstandards der Fähre verantwortlich gewesen zu sein, obwohl er wiederholt Warnungen über den schlechten Zustand des Schiffes ignoriert haben soll. Die Anklage wegen fahrlässiger Tötung deutet auf schwere Versäumnisse in der Aufsicht hin. Die Ermittlungen laufen weiter, und es wird erwartet, dass weitere Beamte in die Untersuchung einbezogen werden.
Das Unglück hat landesweit Entsetzen ausgelöst und erneut die mangelhafte Infrastruktur und mangelnde Regulierung öffentlicher Verkehrsmittel im Land in den Fokus gerückt. Bürgerrechtler fordern dringende Reformen, um zukünftige Tragödien zu verhindern.
Quellen: Africanews EN, AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa