Behauptung über hohe Fischimporte in Liberia als irreführend entlarvt

Eine kürzlich aufgestellte Behauptung, wonach Liberia 88 Prozent seines Fischbedarfs importiere, wurde als faktisch ungenau eingestuft. Simeon Freeman, politischer Anführer der Movement for Progressive Change (MPC), hatte diese Zahl am 10. Juni während eines Radiointerviews auf OK FM genannt, um das wirtschaftliche Potenzial des Fischereisektors zu unterstreichen. Neue Analysen widerlegen jedoch diese Darstellung als übertrieben und irreführend.

Laut dem Investigativmagazin Liberian Investigator basiert die 88-Prozent-Angabe nicht auf offiziellen oder internationalen Statistiken. Vielmehr deuten aktuelle Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sowie nationale Berichte darauf hin, dass die lokale Fischerei und zunehmende Aquakulturprojekte einen erheblichen Teil der Versorgung sicherstellen. Zwar gibt es Importe, insbesondere von getrocknetem oder eingesalzenem Fisch, doch liegt der Selbstversorgungsgrad deutlich höher als behauptet.

Fachleute warnen davor, dass solche fehlerhaften Zahlen die öffentliche Debatte verzerren und falsche politische Prioritäten setzen können. Gleichzeitig betonen sie, dass der liberianische Fischereisektor tatsächlich Entwicklungspotenzial bietet – etwa durch bessere Infrastruktur, Förderung nachhaltiger Fangmethoden und Unterstützung kleiner Fischer. Eine sachliche Datengrundlage sei dafür entscheidend, um gezielte Maßnahmen zu entwickeln.

Quellen: Liberian Investigator