Ein Drohnenangriff der sudanesischen Armee hat am Sonntag in der Region Nord-Darfur mindestens 35 Zivilisten getötet. Wie die Menschenrechtsorganisation Emergency Lawyers berichtete, zielte der Angriff auf einen traditionellen Gerichtshof im Dorf Garra al-Zawaya, das unter der Kontrolle der Rapid Support Forces (RSF) steht. Zu dem Zeitpunkt hatten sich dort zahlreiche Zivilisten versammelt, um an einer lokalen Gerichtsverhandlung teilzunehmen.
Der Angriff ereignete sich am Nachmittag und fügte nicht nur zahlreiche Todesopfer, sondern verletzte auch mehrere Personen schwer. Die Organisation bezeichnete den Vorfall als schwerwiegende Verletzung des humanitären Völkerrechts, da gezielt ein ziviler Versammlungsort attackiert wurde. Garra al-Zawaya liegt in einer Region, die seit Monaten im Zentrum der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der sudanesischen Armee unter General Abdel Fattah al-Burhan und den paramilitärischen RSF unter Mohamed Hamdan Dagalo steht.
Die anhaltenden Kämpfe haben bereits Zehntausende Todesopfer gefordert und eine der schwersten humanitären Krisen Afrikas ausgelöst. Die internationale Gemeinschaft hatte wiederholt zur Einhaltung eines Waffenstillstands und zum Schutz der Zivilbevölkerung aufgerufen, doch die Angriffe auf zivile Infrastruktur nehmen weiter zu. Der jüngste Vorfall unterstreicht die prekäre Sicherheitslage in Darfur, wo humanitäre Zugänge stark eingeschränkt sind.
Quellen: France 24 – Africa, Al Jazeera English