Am fünften Jahrestag der Machtkonzentration durch Präsident Kais Saied bleibt die wirtschaftliche Lage in Tunesien prekär. Trotz umfassender politischer Umstrukturierungen, darunter die Aussetzung des Parlaments und die Einführung eines autoritären Regierungsstils, konnten keine signifikanten wirtschaftlichen Fortschritte erzielt werden. Im Gegenteil: Inflation, Arbeitslosigkeit und staatliche Verschuldung belasten weiterhin die Bevölkerung, besonders Jugendliche und benachteiligte Regionen außerhalb der Hauptstadt Tunis.
Beobachter weisen darauf hin, dass die anfängliche Hoffnung auf Stabilität und Reformen mittlerweile in Resignation umgeschlagen ist. Die Einschränkung von Pressefreiheit, die Auflösung unabhängiger Institutionen und die systematische Verfolgung politischer Gegner haben internationales Misstrauen geweckt. Dies hat Investitionen und finanzielle Unterstützung durch internationale Organisationen erschwert.
Während Saied weiterhin behauptet, gegen Korruption und Chaos anzukämpfen, fehlen greifbare Alternativen für die wirtschaftliche Erholung. Ökonomen warnen vor einer Verschärfung der Krise, insbesondere angesichts der anhaltenden Verhandlungsblockaden mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die zunehmende Polarisierung in der tunesischen Gesellschaft unterstreicht die Dringlichkeit einer inklusiven politischen Lösung.
Quellen: Al Jazeera English