Fünfzehn Jahre nach dem Ende der Herrschaft von Muammar al-Gaddafi ist Libyen weiterhin von tiefer Spaltung geprägt. Die Hoffnungen auf eine stabile, demokratische Zukunft, die nach der Revolution von 2011 geweckt wurden, haben sich bis heute nicht erfüllt. Stattdessen befindet sich das nordafrikanische Land in einer andauernden politischen, institutionellen und sicherheitspolitischen Krise.
Derzeit gibt es zwei rivalisierende Machtzentren: eine Regierung im Osten des Landes mit Sitz in Tobruk, die von General Chalifa Haftar und seinen Verbündeten unterstützt wird, sowie eine internationale anerkannte Einheitsregierung, die ihren Sitz in der Hauptstadt Tripolis im Westen hat. Diese Teilung hat zu wiederholten bewaffneten Auseinandersetzungen geführt und die Bildung einer dauerhaften nationalen Institution blockiert.
Trotz internationaler Vermittlungsversuche und mehrerer Waffenstillstandsabkommen bleibt eine dauerhafte Lösung aus. Die Bevölkerung leidet unter instabilen Lebensbedingungen, wirtschaftlichem Niedergang und unzureichender Infrastruktur. Auch die Präsenz ausländischer Akteure und Milizen verschärft die Lage weiter.
Die internationale Gemeinschaft ruft immer wieder zu Neuwahlen und einem inklusiven politischen Prozess auf. Doch ohne echte Kompromisse zwischen den Konfliktparteien scheint ein friedlicher Übergang weiter in weiter Ferne.
Quellen: Africanews EN