Marokko weist spanische Journalisten an Grenze zu Ceuta aus

Marokko hat in einer Eskalation diplomatischer Spannungen mit Spanien mehrere spanische Journalisten aus der Grenzstadt Nador ausgewiesen, die nahe der spanischen Exklave Ceuta liegt. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, reagiert Rabat damit auf eine vorangegangene Entscheidung Spaniens, einem marokkanischen Fernsehteam den Zutritt nach Ceuta zu verweigern – einer Region, deren Souveränität von Marokko seit langem bestritten wird.

Die Ausweisung betroffener spanischer Korrespondenten erfolgte kurz nach dem Vorfall und sorgte für Empörung in Madrid. Beobachter sehen darin einen weiteren Höhepunkt im angespannten Verhältnis zwischen beiden Ländern, das immer wieder durch Streitigkeiten um Ceuta und Melilla belastet ist. Marokko betrachtet die spanischen Enklaven auf afrikanischem Boden als koloniale Relikte und fordert seit Jahrzehnten ihre Rückgabe.

Die jüngste Auseinandersetzung unterstreicht, wie sensibel die Medienfreiheit an dieser geopolitisch brisanten Grenze ist. Während Spanien argumentiert, dass die Einreisebestimmungen für Ceuta unabhängig von Marokko gelten, kritisiert Rabat solche Maßnahmen als diskriminierend gegenüber marokkanischen Medienschaffenden. Die EU wird voraussichtlich zur Deeskalation aufgerufen, da sich der Konflikt auch auf die Zusammenarbeit in Migrations- und Sicherheitsfragen auswirken könnte.

Quellen: FAZ Online