Medienrat fordert Untersuchung nach Entführung von Standard-Group-Redakteur

Der Medienrat von Kenia (Media Council of Kenya, MCK) hat am 2. September 2026 eine sofortige und gründliche Untersuchung der Entführung von Alex Kiprotich, stellvertretender Chefredakteur der Standard Group, gefordert. Der Journalist war nach bisher unbestätigten Berichten in Nairobi gegen seinen Willen festgehalten worden, bevor er wieder freigelassen wurde. Die Umstände seiner Entführung bleiben unklar.

Der MCK verurteilte den Vorfall scharf und warnte, dass die wiederholte Straflosigkeit bei Angriffen auf Journalisten ein Klima der Einschüchterung schüre. ‚Wenn solche Übergriffe nicht konsequent verfolgt und geahndet werden, wird die Pressefreiheit in unserem Land systematisch untergraben‘, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Der Rat forderte die Polizei und die Staatsanwaltschaft auf, den Fall prioritär zu behandeln und die Öffentlichkeit über Fortschritte zu informieren.

Journalistenverbände in Kenia haben in der Vergangenheit wiederholt auf die Zunahme von Bedrohungen, Festnahmen und körperlichen Angriffen auf Medienvertreter hingewiesen. Der Fall Kiprotich wirft erneut Fragen über den Schutz von Journalisten auf, insbesondere bei Berichterstattung über sensible politische oder wirtschaftliche Themen. Die Standard Group äußerte sich bisher nicht öffentlich, bestätigte aber intern, dass Kiprotich wieder bei seiner Familie sei.

Quellen: Capital FM, AllAfrica – Kenya