Namibisches Parlament beschließt neues Gesetz zum Schutz der psychischen Gesundheit

Ein bedeutender Meilenstein für die öffentliche Gesundheitspolitik in Namibia: Der Mental Health Bill hat die letzte parlamentarische Hürde im National Council genommen und wird nun an Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah zur endgültigen Genehmigung weitergeleitet. Das Gesetz soll den rechtlichen Rahmen für die Behandlung, Prävention und den Schutz der psychischen Gesundheit im Land grundlegend reformieren.

Das neue Gesetz sieht unter anderem die Entkriminalisierung psychischer Erkrankungen vor, stärkt den Schutz der Rechte Betroffener und legt fest, dass psychische Gesundheit integraler Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsversorgung sein muss. Zudem sollen spezielle Aufsichtsbehörden eingerichtet und mehr Ressourcen in Ausbildung und Infrastruktur fließen.

Seit Jahren fordern Menschenrechtsorganisationen und Gesundheitsexperten eine Modernisierung der veralteten Psychiatriegesetze. Der aktuelle Entwurf wurde in enger Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und lokalen Fachleuten erarbeitet. „Dieses Gesetz könnte Tausenden namibischen Bürgern Zugang zu menschenwürdiger Versorgung ermöglichen“, sagte eine Vertreterin der Namibian Mental Health Coalition.

Experten hoffen, dass die Präsidentin das Gesetz zügig unterzeichnen und in Kraft setzen wird. Sollte es verabschiedet werden, würde Namibia zu den Vorreitern im südlichen Afrika im Bereich psychische Gesundheitspolitik gehören.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa