Präsident Hassan Sheikh Mohamud hat in einer historischen Ansprache die African Union Transition Mission in Somalia (ATMIS) aufgefordert, das Land in absehbarer Zeit zu verlassen. In seiner Begründung betonte Mohamud, dass Somalia nun über die militärische und institutionelle Kapazität verfüge, um die nationale Sicherheit selbst zu gewährleisten – nach fast zwanzig Jahren internationaler Unterstützung im Kampf gegen die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab.
Die AU-Truppen sind seit 2007 im Land stationiert und haben maßgeblich zur Stabilisierung beigetragen, insbesondere durch die Unterstützung der somalischen Sicherheitskräfte bei der Rückeroberung von Gebieten aus der Hand von Al-Shabaab. Doch nach kontinuierlichen militärischen und institutionellen Fortschritten sieht die Regierung in Mogadischu nun die Zeit gekommen, die Souveränität vollständig zurückzugewinnen. Der geplante Abzug soll schrittweise erfolgen, begleitet von einer Stärkung der nationalen Streitkräfte.
Die Entscheidung wird international mit gemischten Reaktionen aufgenommen. Sicherheitsexperten warnen vor möglichen Rückschlägen, falls die somalischen Streitkräfte nicht ausreichend vorbereitet sind, während die Regierung in Mogadischu auf ihre jüngsten Erfolge verweist – darunter die Befreiung zahlreicher Städte und die Verbesserung der Sicherheitslage in vielen Regionen. Der Abzug der AU-Truppen könnte ein Meilenstein in der Rückkehr zu vollständiger nationaler Kontrolle sein – oder aber eine riskante Wette auf die Stabilität des Landes.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Central Africa