Tunesiens Präsident Kais Saied hat am Donnerstagnachmittag den Beginn des lang angekündigten Bildungsreformprozesses offiziell eingeleitet. Bei einem Arbeitstreffen im Präsidentenpalast empfing Saied die Minister für Bildung, Hochschulwesen, Innere Angelegenheiten, Soziales sowie Beschäftigung und berufliche Bildung, um die strategische Ausrichtung der Reform zu besprechen.
Während des Treffens betonte Saied, dass die Bildungsreform von entscheidender Bedeutung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Tunesiens sei. ‚Es gibt keinen Raum für Fehler‘, warnte er und unterstrich die Notwendigkeit einer gründlichen, nachhaltigen und gerechten Modernisierung des gesamten Bildungssystems – von der Grundschule bis zur Hochschulbildung.
Der Präsident forderte eine umfassende Überarbeitung der Lehrpläne, eine Verbesserung der Lehrerausbildung sowie eine stärkere Anbindung der Bildung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes. Besonders im Fokus steht dabei auch die Integration digitaler Kompetenzen und die Förderung wissenschaftlicher Forschung im Hochschulbereich, wie Minister Mondher Belaid für höhere Bildung und wissenschaftliche Forschung erläuterte.
Die Bildungsreform ist Teil eines breiteren Modernisierungsvorhabens der tunesischen Regierung, das auch die Berufsbildung und die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt umfasst. Minister Riadh Chaoued für Beschäftigung und berufliche Bildung kündigte an, dass die Reform auch duale Ausbildungsmodelle und stärkere Kooperationen zwischen Schulen, Universitäten und Unternehmen beinhalten werde.
Beobachter sehen in der Ankündigung einen weiteren Schritt in Saieds Bemühungen, staatliche Institutionen neu auszurichten und die öffentliche Verwaltung effizienter zu gestalten. Die Umsetzung der Reform wird jedoch auf ihre praktische Durchführbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz geprüft werden.
Quellen: AllAfrica – North Africa