Die ikonische Küstenstadt Sidi Bou Said in Tunesien ist seit Juli offiziell Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Entscheidung würdigt den einzigartigen architektonischen Charakter des Ortes, dessen weiß getünchte Häuser mit blauen Türen und Fensterrahmen längst zum Symbol nordafrikanischer Ästhetik geworden sind.
Die Aufnahme in die UNESCO-Liste soll dazu beitragen, den Ort besser vor Umwelteinflüssen wie Erosion und Überschwemmungen zu schützen. Erst im Januar hatte starke Regenfälle Teile der Infrastruktur beschädigt. Mit dem neuen Status sollen verstärkte Maßnahmen zum Erhalt der Bausubstanz und zur Risikominderung ermöglicht werden.
Neben dem architektonischen Erbe hebt UNESCO auch die religiöse und spirituelle Dimension von Sidi Bou Said hervor. Der Ort ist Namensgeber nach einem mittelalterlichen Sufi-Heiligen und bleibt bis heute ein Zentrum mystischer islamischer Traditionen, die bisher international wenig bekannt waren. Durch die Anerkennung könnte nun auch das immaterielle Erbe stärker in den Fokus rücken.
Zudem wird erwartet, dass die UNESCO-Auszeichnung den Tourismus ankurbelt – jedoch unter strengen Auflagen, um eine Überbeanspruchung des empfindlichen Ökosystems zu vermeiden.
Quellen: France 24 – Africa