Der armenische Völkermord, der 1915 mit der systematischen Deportation und Ermordung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich begann, ist ein zentrales Thema in der armenischen Geschichte. In einem Interview mit RFI äußerte Stephan Pechdimaldji, der Enkel zweier Überlebender, dass politische Motive nach wie vor die umfassende Anerkennung des Völkermords blockieren.
Die internationale Gemeinschaft hat zwar in den letzten Jahren Fortschritte bei der Anerkennung des Völkermords gemacht, doch viele Länder zögern, diese Anerkennung offiziell zu erklären. Pechdimaldji betont, dass dies nicht nur eine Frage der historischen Wahrheit sei, sondern auch eine bedeutende soziale und politische Dimension habe. Die Anerkennung des Völkermords würde nicht nur den Opfern und ihren Nachkommen Gerechtigkeit widerfahren lassen, sondern auch zur Versöhnung und zum Verständnis zwischen Völkern beitragen.
„Die politischen Interessen und Allianzen der heutigen Zeit stehen oft im Widerspruch zur historischen Wahrheit“, so Pechdimaldji. Er fordert eine offene Diskussion über den Völkermord, um das kollektive Gedächtnis der Armenier zu wahren und die Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Der Enkel eines Überlebenden appelliert an die Regierungen weltweit, den Mut zu haben, sich der Wahrheit zu stellen und die Anerkennung des Völkermords zu unterstützen.
Quellen: RFI