Im Frankfurter Stadtteil Oberrad eröffnete heute eine Gedenkausstellung über das Schicksal junger polnischer Pfadfinder, die während des Zweiten Weltkriegs wegen ihrer Beteiligung am Warschauer Aufstand 1944 verfolgt und in das KZ-Außenlager „Katzbach“ verschleppt wurden. Das Lager befand sich in unmittelbarer Nähe der heutigen Industriebrache am Mainufer und war Teil des KZ Natzweiler-Struthof. Die Ausstellung dokumentiert anhand von Archivmaterial, persönlichen Zeugnissen und historischen Fotografien, wie Jugendliche aus Polen trotz brutaler Repression nicht aufgaben.
Die polnischen Pfadfinder spielten beim Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht eine zentrale Rolle – als Boten, Sanitäter und Verteidiger von Barrikaden. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden viele von ihnen gezielt verhaftet und zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Im Lager Katzbach mussten sie unter unmenschlichen Bedingungen in einer Munitionsfabrik arbeiten. Über 300 Häftlinge starben dort bis Kriegsende.
Die Ausstellung wurde gemeinsam von der Stadt Frankfurt, dem Fritz-Bauer-Institut und polnischen Gedenkstätteninitiativen organisiert. Sie soll nicht nur informieren, sondern auch zum Dialog zwischen den Generationen und Nationen anregen. Geplant sind begleitende Schulprojekte sowie Begegnungen mit Zeitzeugen oder deren Angehörigen. Die Schau ist bis Dezember 2026 im Dokumentationszentrum „NS-Zwangsarbeit Oberrad“ zu sehen.
Quellen: FAZ Online