Uwe Timm erhält Goethepreis in Frankfurt

Der Schriftsteller Uwe Timm hat am Freitag in Frankfurt den Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main entgegengenommen. Die feierliche Verleihung fand im Römer statt, dem historischen Rathaus der hessischen Metropole. Der Preis wird alle drei Jahre für herausragende Leistungen in Literatur, Wissenschaft oder Musik vergeben und gilt als eine der höchsten kulturellen Auszeichnungen Deutschlands.

In ihrer Laudatio hob Autorin Shida Bazyar Timms besondere Rolle in der deutschen Literaturlandschaft hervor: „Seine Bücher explodieren leise – sie stellen nicht laute Fragen, sondern sprengen langsam die Fundamente des scheinbar Selbstverständlichen.“ Besonders gewürdigt wurden Werke wie „Rot“, „Heißer Sommer“ und „Am Beispiel meines Bruders“, in denen Timm autobiografische Elemente mit politischer Reflexion verbindet.

Timm, geboren 1940 in Hamburg, gehörte in den 1970er Jahren der linken Intellektuellenszene an und war lange bei der Zeitschrift „konkret“ aktiv. Sein Schaffen zeichnet sich durch eine präzise Sprache und eine tiefe Auseinandersetzung mit Themen wie Gewalt, Erinnerung und familiärer Verstrickung in die NS-Vergangenheit aus. Mit dem Goethepreis wird auch seine langjährige Wirkung auf jüngere Autorengenerationen gewürdigt. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis unterstreicht Frankfurts Stellung als literarisches Zentrum Hessens und Deutschlands.

Quellen: FAZ Online