Die Bayreuther Festspiele feiern in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen mit einer historischen Premiere: Richard Wagners Oper „Rienzi“ wird erstmals im Festspielhaus aufgeführt. Die Inszenierung, die von großer gesanglicher Leistung und theatralischer Härte geprägt ist, wird bereits als künstlerisches Statement gegen die Dominanz von Social Media in der Politik interpretiert. Die Regie setzt dabei auf eine klare Parallele zwischen dem römischen Tribun Rienzi und modernen Populisten, die über digitale Plattformen Macht erringen.
Kritiker loben das mutige Programm. „Ein Plädoyer für ein Social-Media-Verbot in der Politik“, so die FAZ. Die Sänger seien immens gefordert, da Wagners Frühwerk an Länge und Stimmvolumen extreme Ansprüche stelle. Dennoch gelte der Erfolg als durchschlagend – und werfe die Frage auf, ob solche experimentellen Zugänge künftig zur Regel werden sollten.
Auch politisch wird das Festspielhaus zum Diskussionsraum. Kanzler Merz nutzte die Eröffnung, um über deutsche Größe und Abgründe zu sprechen, und griff das „innere Wagner“-Gleichnis auf. Gemeinsam mit dem Juristen Michel Friedman diskutierte er über Erinnerungskultur und die Verantwortung der Eliten. Die Bayreuther Festspiele zeigen sich damit nicht nur als kulturelles, sondern auch als intellektuelles Zentrum der Republik.
Quellen: FAZ Online, Süddeutsche Zeitung