In Cottbus bleibt ein Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt weiter ungeklärt. Vor drei Wochen wurden mehrere Brandsätze auf das Gebäude geworfen, das von einer Gemeinschaft genutzt wird, die sich für soziale Projekte und Nachhaltigkeit einsetzt. Die Polizei ermittelt seitdem mit Unterstützung des Staatsschutzes wegen des Verdachts auf versuchten Mord – die Tat sei gezielt und lebensgefährlich gewesen.
Obwohl die Brandsätze nicht alle zündeten, entstand erheblicher Sachschaden. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Dennoch hat der Vorfall tiefe Spuren hinterlassen. „Wir fühlen uns angegriffen, nicht nur physisch, sondern auch in unseren Werten“, sagte ein Projektleiter unter Einhaltung der Anonymität.
Die Hintergründe der Tat sind bisher unklar. Es gibt Hinweise auf rechtsextreme Motive, konkrete Beweise fehlen jedoch. Die Behörden prüfen auch, ob das Wohnprojekt aufgrund seiner politischen Ausrichtung gezielt ins Visier genommen wurde. In der Vergangenheit hatte es in der Region bereits ähnliche Vorfälle gegeben.
Die Stadt Cottbus und die brandenburgische Landesregierung verurteilten den Angriff scharf. Bürgermeister und Vertreter der Zivilgesellschaft fordern nun stärkere Schutzmaßnahmen für linke und alternative Projekte. Gleichzeitig wird um Mithilfe der Bevölkerung bei der Aufklärung gebeten.
Quellen: Der Tagesspiegel