CDU-Politiker spendet 10.000 Euro an AfD – Schulze kündigt Ausschlussverfahren nach Wahl an

Ein hochgradig brisantes politisches Erdbeben erschüttert den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Ein Ortsbürgermeister der CDU hat der AfD eine Spende von 10.000 Euro zukommen lassen und diese Partei öffentlich zur Wahl empfohlen. Der Vorfall zieht Wellen bis in die höchsten Ebenen der Union. Ministerpräsident Sven Schulze, selbst CDU-Landeschef, reagierte mit deutlicher Distanzierung und sprach von einem „nicht akzeptablen Vorgang“. Dennoch werde man ein Parteiausschlussverfahren erst nach der bevorstehenden Landtagswahl prüfen.

Die Aufregung ist groß, insbesondere innerhalb der Bundes-SPD. Parteichef Lars Klingbeil forderte von Kanzler Friedrich Merz klare Konsequenzen gegenüber der eigenen Parteibasis. „Wenn CDU-Mitglieder aktiv die AfD stärken, muss die Union das sanktionieren“, so Klingbeil. Die Affäre wirft erneut Fragen auf, wie tief die Spannungen innerhalb der CDU reichen, besonders in ostdeutschen Regionen wie Sachsen-Anhalt, wo die AfD als ernsthafte Konkurrenz gilt.

Der betroffene Kommunalpolitiker, Bernd Prange, verteidigte seine Handlung nicht explizit, signalisierte aber Sympathien für Teile des AfD-Programms. Die Partei selbst verbreitete die Nachricht digital aggressiv, um Wähler zu mobilisieren. Beobachter sehen darin ein Zeichen dafür, dass die AfD auch aus innerparteilichen Konflikten der Union Kapital schlagen will. Gleichzeitig verschärft der Fall das Dilemma der CDU: Soll sie disziplinarisch vorgehen und damit interne Spaltungen offenlegen – oder schweigen und als schwach wahrgenommen werden?

Quellen: ZEIT Online – Deutschland, MDR – Nachrichten, FAZ Online, T-Online Nachrichten, Welt Online