Bei einem islamistisch motivierten Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) am Samstagabend ist es zu einer tödlichen Attacke gekommen. Ein Mann fuhr mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge am CSD-Zug in der Innenstadt und verletzte mehrere Personen. Die Berliner Polizei nahm die Fahndung auf und stellte den Tatverdächtigen innerhalb von 24 Stunden in Berlin-Spandau.
Beim Einsatz in einem Wohngebiet im Westen der Stadt kam es zu einer Konfrontation, bei der der mutmaßliche Täter, Abdul Ballout (24), von Beamten erschossen wurde. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und prüft die terroristische Hintergrund des Angriffs. Laut Ermittlungsakten war Ballout bereits in Justizgewahrsam und sollte an einem Programm zur Deradikalisierung teilnehmen. Experten sprechen von „Zweckantworten“, die er bei Beratungsgesprächen gegeben habe.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) begrüßte den schnellen Fahndungserfolg. „Ich bin erleichtert, dass die Täterfahndung so zügig abgeschlossen werden konnte“, sagte er. Gleichzeitig kündigte er eine umfassende Prüfung möglicher Versäumnisse durch die Sicherheitsbehörden an. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach forderte mehr Investitionen in Polizei und Justiz: „Wir müssen uns darauf noch besser vorbereiten, als wir das anscheinend aktuell sind.“
Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus. Kritiker verweisen darauf, dass zahlreiche Hinweise auf die Radikalisierung des Mannes vorlagen – dennoch konnte er sich frei bewegen. Sicherheitsexperten warnen vor strukturellen Schwächen im Umgang mit islamistischen Gefährdern.
Quellen: T-Online Nachrichten, Der Tagesspiegel, MDR – Nachrichten, FAZ Online