Die anhaltende Dürre in Baden-Württemberg treibt die Landwirtschaft in eine existenzielle Krise. Aufgrund fehlenden Futters durch ausbleibende Niederschläge und extremer Hitzewellen sehen sich viele Bauern gezwungen, ihre Tiere notgeschlachtet zu lassen. Bei zahlreichen Schlachthöfen im Land haben sich bereits Wartelisten gebildet, da die Kapazitäten überschritten sind.
Der baden-württembergische Bauernverband spricht von einer „dramatischen Lage“, insbesondere für Milchviehhalter und Betriebe mit großen Herden. Die Weiden seien verdorrt, Silagevorräte knapp, und Neuanbau scheitere mangels Wasser. Einige Landwirte berichten, dass sie täglich entscheiden müssten, welche Tiere sie behalten und welche geschlachtet werden müssen.
Experten warnen vor langfristigen Folgen: Neben wirtschaftlichen Einbußen drohen auch Tierwohlprobleme, wenn Tiere unter Stressbedingungen gehalten werden. Die Landesregierung prüft derzeit Soforthilfen, darunter die Freigabe von Brachflächen zur Beweidung und Erleichterungen bei der Wasserentnahme aus Bächen. Kritiker fordern jedoch ein umfassenderes Klimaanpassungsprogramm für die Landwirtschaft.
Quellen: Süddeutsche Zeitung