In der Lehrküche der Justizvollzugsanstalt Frankfurt bereiten Frauen nicht nur Mahlzeiten zu – sie erarbeiten sich einen neuen Lebensweg. Mila und Kataleya, beide in Haft, absolvieren eine staatlich anerkannte Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe. Das Programm ermöglicht es ihnen, Fähigkeiten zu erwerben, die über ihre Straftat hinausgehen und ihnen eine berufliche Perspektive nach der Entlassung bieten sollen.
Die Ausbildung umfasst Kochen, Service und Betriebsführung und wird von erfahrenen Fachkräften geleitet. Die Teilnehmerinnen lernen, Menüs zu planen, Hygienevorschriften einzuhalten und in einem strukturierten Team zu arbeiten. Für viele ist die Lehre mehr als nur ein Abschluss – sie ist ein Symbol für Wandlung und Verantwortung. „Ich bin mehr als eine Gefangene“, sagt Mila. „Ich will, dass man mich eines Tages an meinem Können misst, nicht an meinem Fehler.“
Das Projekt wird als Teil der Resozialisierung gefördert und stößt in der Justizverwaltung auf positive Resonanz. Nach Angaben der Anstaltsleitung zeigen die Absolventinnen nach der Haft deutlich niedrigere Rückfallquoten. Auch die Gastronomiebranche zeigt zunehmend Interesse an ehemaligen Teilnehmerinnen. Dennoch bleibt die gesellschaftliche Akzeptanz eine Herausforderung. Die Frauen hoffen, dass ihre Leistung irgendwann mehr zählt als ihre Vergangenheit.
Quellen: FAZ Online