Die Hamburger CDU hat eine Verschärfung der strafrechtlichen Maßnahmen gegen jugendliche Täter gefordert. Parteichef Dennis Thering kündigte an, dass die Landespartei eine Senkung der Strafmündigkeit von aktuell 14 auf zwölf Jahre anstrebe. Diese Maßnahme solle insbesondere dann greifen, wenn Kinder schwere Gewalt- oder Eigentumsdelikte begehen. Ziel sei es, rechtzeitig gegen jugendliche Kriminalität vorzugehen und ein früheres Eingreifen des Justizsystems zu ermöglichen.
Neben der Anhebung der strafrechtlichen Verantwortung für jüngere Kinder fordert die CDU zudem, dass junge Erwachsene im Alter von 18 bis 21 Jahren bei besonders schweren Straftaten stärker nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden sollen. Bisher genießen Heranwachsende in diesem Alter oft milde Urteile, da Richter ihr Entwicklungsstadium berücksichtigen. Die Hamburger Christdemokraten argumentieren, dass bei Taten wie schwerer Körperverletzung, Raub oder sexuellem Missbrauch diese Milde nicht länger gerechtfertigt sei.
Die Initiative reagiert auf eine zunehmende Debatte über Jugendgewalt in Hamburg, insbesondere nach mehreren öffentlichkeitswirksamen Fällen in den vergangenen Monaten. Die CDU sieht Handlungsbedarf, um sowohl präventiv als auch sanktionierend wirksamer zu werden. Gleichzeitig betont die Partei, dass Begleitmaßnahmen wie soziale Unterstützung, Therapieangebote und Schulkooperationen weiterhin unverzichtbar seien.
Die Vorstoß wird voraussichtlich kontroverse Diskussionen auslösen. Kritiker befürchten, dass eine frühere Strafmündigkeit kindliche Entwicklung ignoriere und soziale Benachteiligungen verschärfe. Die rot-grüne Hamburger Landesregierung äußerte sich bisher zurückhaltend zu dem Vorschlag und betonte stattdessen die Bedeutung von Prävention und Bildung.
Quellen: Welt Online