Die verlängerten Grenzkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze belasten nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg zunehmend den regionalen Güterverkehr. Die Kammer äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung der Bundesregierung, die Kontrollen weiterzuführen, und warnt vor negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit brandenburgischer Unternehmen.
Seit der Wiedereinführung der Grenzkontrollen im Rahmen von Schengen-Ausnahmen haben sich die Wartezeiten an den Übergängen wie in Frankfurt (Oder) und Küstrin-Kietz deutlich verlängert. Laut IHK führt dies zu erheblichen Verzögerungen bei der Lieferung von Waren, was insbesondere für just-in-time arbeitende Betriebe problematisch sei. Zudem entstünden zusätzliche Kosten durch längere Standzeiten und Treibstoffverbrauch.
Die IHK fordert nun eine stärkere Digitalisierung der Grenzabfertigung sowie gezielte Erleichterungen für registrierte Wirtschaftsverkehre. „Wir brauchen klare Regeln, die Sicherheit gewährleisten, ohne die Wirtschaft zu strangulieren“, so ein Sprecher der Kammer. Auch müssten die neuen EU-Asylregeln effizient umgesetzt werden, um den Druck auf die Grenzregionen zu verringern.
Die Grenzregion zwischen Brandenburg und Polen ist ein wichtiger Wirtschaftsraum mit engen Handelsbeziehungen. Unternehmen aus beiden Ländern warnen vor einer zunehmenden Isolation, falls die Kontrollen weiter verschärft werden. Die IHK hält daher an ihrem Appell fest: Grenzsicherheit und Wirtschaftsfluss müssen in Einklang gebracht werden.
Quellen: Der Tagesspiegel