Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD im Vormarsch, CDU kämpft um Machterhalt

In Sachsen-Anhalt nähert sich die Landtagswahl 2026 ihrem Höhepunkt, und die politische Landschaft ist von Spannung geprägt. Die AfD liegt in aktuellen Umfragen deutlich an der Spitze und könnte erstmals in einem ostdeutschen Bundesland die Regierung stellen. Der parteilose Soziologe Matthias Quent beschreibt die Stimmung unter vielen Wählern als geprägt von Ohnmacht und Zerstörungslust – ein Nährboden, auf dem die AfD aktuell stark profitiere.

CDU-Spitzenkandidat und amtierender Ministerpräsident Sven Schulze versucht, mit einem intensiven Wahlkampf gegenzusteuern. Sein Auftreten wirkt bewusst bodenständig und nahbar, um Wähler aus dem ländlichen Raum zu gewinnen. Bei einem TV-Duell mit AfD-Spitzenkandidat Siegmund und in einer anschließenden Diskussion aller sieben Spitzenkandidaten setzte Schulze auf sachliche Argumente, blieb aber oft auf der Defensive.

Besonders bemerkenswert ist der offene Konflikt zwischen der AfD und dem Magdeburger Bischof Gerhard Feige. Feige warnte eindringlich vor einer Regierungsübernahme durch die AfD und kritisierte deren menschenverachtende Rhetorik. Daraufhin griff die AfD den Bischof persönlich an – ein Schritt, der zeigt, wie polarisierend der Wahlkampf geworden ist.

Experten warnen vor weitreichenden Konsequenzen einer möglichen AfD-Regierung. So könnte die Partei medienrechtliche Staatsverträge kündigen und damit den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, etwa den MDR, massiv beeinflussen. Gleichzeitig laufen Ermittlungen gegen mutmaßliche Sympathisanten der verbotenen rechtsextremen ‚Artgemeinschaft‘, wobei auch zwei AfD-Landtagskandidaten im Fokus stehen.

Quellen: FAZ Online, MDR – Nachrichten, ARD Tagesschau – Inland, ZEIT Online – Deutschland, ZDF Heute – Nachrichten