Die Nürnberger Polizei hat in den vergangenen Monaten massiv gegen ein mutmaßliches Netzwerk vorgegangen, das junge Mädchen am Hauptbahnhof systematisch ausgebeutet haben soll. Innerhalb von nur drei Monaten wurden insgesamt 18 Haftbefehle erlassen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Mädchen – häufig minderjährig und aus sozial schwachen Verhältnissen – durch die Gabe von Drogen und Kosmetika abhängig gemacht und anschließend sexuell missbraucht zu haben.
Laut Ermittlungsbehörden agierte die Gruppe gezielt im Bahnhofsumfeld, wo sie besonders vulnerable Jugendliche ansprach. Oft wurden Versprechen wie Unterkunft, finanzielle Unterstützung oder emotionale Zuwendung genutzt, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Anschließend folgte die psychische und physische Kontrolle durch Drogenkonsum, Isolation und Drohungen. Die Täter sollen dabei enge Kontakte zum Drogenmilieu gehabt haben.
Die Polizei lobt die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen, die helfen, die Opfer zu identifizieren und zu schützen. „Es ist ein langer Weg, diese jungen Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren“, sagte ein Sprecher der Kripo Nürnberg. Parallel laufen weitere Ermittlungen, da Hinweise auf strukturelle Hintergründe und mögliche Tatbeteiligungen außerhalb Nürnbergs bestehen. Die Behörden warnen zugleich vor der Zunahme solcher kriminellen Strukturen an zentralen Verkehrsknotenpunkten.
Quellen: Süddeutsche Zeitung