Die Nürnberger Polizei deckte einen schweren Missbrauchskomplex auf, bei dem mutmaßlich 16 Tatverdächtige minderjährige Mädchen mit Crystal Meth abhängig gemacht und zur Prostitution gezwungen haben sollen. Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Monaten, doch neue Aussagen betroffener Jugendlicher führten zu konkreten Anklagevorwürfen. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, gezielt junge Mädchen in Drogenmilieus zu locken, sie mit harten Drogen gefügig zu machen und anschließend sexuell auszubeuten.
Wie Ermittler berichten, tauschten sich die Täter über ihre Opfer aus – mit der zynischen Frage: „Kennst du die schon?“. Die meisten der Beschuldigten haben einen Migrationshintergrund, ebenso wie die Mehrheit der betroffenen Mädchen. Die Behörden betonen, dass dies kein Hinweis auf eine kriminelle Gruppierung sei, sondern ein strukturelles Problem in der Drogen- und Jugendkriminalität der Stadt.
Der Fall wirft erneut Fragen nach Prävention und dem Zugang Jugendlicher zu Suchthilfe auf. Oberbürgermeister Marcus König (CSU) kündigte verstärkte Kooperationen zwischen Polizei, Jugendämtern und Suchtberatungsstellen an. „Jedes betroffene Mädchen ist eines zu viel“, so König. Die Staatsanwaltschaft prüft mehrere Anklageerhebungen wegen Menschenhandels und sexuellem Kindesmissbrauch.
Quellen: FAZ Online