Der Aufsichtsrat des kommunalen Gesundheitskonzerns in Potsdam hat eine unabhängige Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, die Hintergründe und Entscheidungen rund um die Schließung der Gefäßchirurgie am Bergmann-Klinikum zu untersuchen. Dies teilte das Gremium am Samstag offiziell mit. Die Maßnahme folgt auf einen tödlichen Vorfall, bei dem ein Patient nach der Abwicklung der Fachabteilung verstarb – ein Zusammenhang wird derzeit geprüft.
Die Schließung der Gefäßchirurgie war im Sommer beschlossen worden, um personelle und strukturelle Engpässe auszugleichen. Kritiker hatten bereits damals gewarnt, dass dies die medizinische Versorgungssicherheit beeinträchtigen könnte. Nun rückt diese Entscheidung stärker in den Fokus, da unklar ist, ob der verstorbene Patient noch rechtzeitig hätte behandelt werden können, hätte die Abteilung weiterhin operativ funktioniert.
Das Klinikum betont, dass alle akuten Notfälle weiterhin versorgt würden. Dennoch fordern Politiker aus allen Fraktionen Transparenz. „Es muss schnell geklärt werden, ob systemische Fehler vorlagen“, sagte eine Sprecherin der Landesregierung. Die Untersuchung soll bis Ende September abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt die Kontroverse um die Gesundheitspolitik in der Landeshauptstadt Brandenburgs virulent.
Quellen: Tagesspiegel