Drei Tage nach der kontroversen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben mehrere Kommunen mit der manuellen Nachzählung von Wahlzetteln begonnen. Neben dem bereits bekannt gewordenen Fall im Burgenlandkreis bestätigten die zuständigen Wahlausschüsse in Dessau-Roßlau und im Landkreis Börde am Mittwochvormittag, dass stichprobenartige Überprüfungen eingeleitet wurden. Die Maßnahmen dienen laut offizieller Stellungnahme der Sicherstellung der Transparenz und des Vertrauens in das demokratische Verfahren.
Die Nachzählungen erfolgen aufgrund formaler Anträge von Parteien sowie auf Initiative lokaler Wahlhelfer, die Unregelmäßigkeiten bei der Erstauszählung bemerkt haben wollen. Konkret geht es um abweichende Zahlen bei Briefwahlurnen und fehlende Protokolle in einzelnen Wahllokalen. In Dessau-Roßlau wurde eine komplette Neuauszählung für mehrere Stadtteile angeordnet, während im Landkreis Börde ein repräsentativer Querschnitt aus ländlichen und städtischen Bezirken überprüft wird.
Die Ergebnisse der Nachzählungen könnten die endgültige Sitzverteilung im Landtag beeinflussen, insbesondere da die AfD zwar stärkste Kraft wurde, aber keine eigene Mehrheit hält. Gleichzeitig bleibt die Regierungsbildung damit weiter ungewiss, da auch eine Ampel-Koalition aus CDU, SPD und Grünen nicht automatisch eine Mehrheit ergibt. Die Landeswahlleiterin kündigte an, alle Prüfungen bis zum Wochenende abzuschließen, um den Prozess der Koalitionsverhandlungen nicht unnötig zu verzögern.
Quellen: MDR – Nachrichten