Obdachlosigkeit in Hamburg: Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2018 verdoppelt

Die Zahl der obdachlosen Menschen in Hamburg hat sich innerhalb von acht Jahren verdoppelt. Laut aktuellen Schätzungen leben aktuell rund 3.800 Menschen auf der Straße oder in Notunterkünften, die keine langfristige Perspektive bieten. Im Jahr 2018 waren es noch etwa 1.900. Die dramatische Zunahme zeigt eine tiefgreifende soziale Krise in einer der reichsten Städte Deutschlands.

Ehrenamtliche Organisationen, die tagtäglich Lebensmittel, Kleidung und medizinische Hilfe verteilen, warnen vor einer zunehmenden Unsichtbarkeit der Betroffenen. Viele schlafen in Parks, unter Brücken oder in verlassenen Gebäuden – oft abseits der touristischen und geschäftlichen Zentren. Trotz der sichtbaren Not bleibt staatliches Handeln aus, kritisieren Helfer. „Die Stadt könnte mehr tun, muss mehr tun – aber sie tut es nicht“, sagt eine Aktivistin, die seit Jahren an der Alster Hilfspakete verteilt.

Die Hamburger Senatsverwaltung betont, dass Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit laufen, darunter der Ausbau von Notplätzen und sozialer Beratung. Doch Experten verweisen darauf, dass fehlende bezahlbare Wohnungen, steigende Mieten und bürokratische Hürden viele Menschen in die Obdachlosigkeit treiben. Insbesondere Alleinerziehende, Geflüchtete und psychisch Kranke sind besonders betroffen.

Die Zivilgesellschaft fordert nun ein umfassendes Sofortprogramm: mehr bezahlbarer Wohnraum, schnellere Zugänge zu Sozialleistungen und eine langfristige Strategie gegen Armut. „Niemand sollte im Hitzesommer unter freiem Himmel schlafen müssen – und schon gar nicht in einer Stadt wie Hamburg“, so ein Sprecher einer Hilfsorganisation. Die Debatte über soziale Gerechtigkeit in der Hansestadt gewinnt damit an Dringlichkeit.

Quellen: ZDF Heute – Nachrichten