Im August 1994 wurde die 21-jährige amerikanische Austauschstudentin Amy Lopez in Koblenz Opfer eines grausamen Verbrechens: Sie wurde gefesselt, vergewaltigt und mit mehreren Stichen getötet. Der Fall erschütterte die Stadt und blieb jahrzehntelang ungelöst. Nun, nach über 31 Jahren, hat die Justiz einen mutmaßlichen Täter vor Gericht gebracht. Vor dem Oberlandesgericht Koblenz steht ein heute 81-jähriger Mann, der durch eine Spur am Hosenbund der Toten überführt wurde.
Die entscheidende DNA-Spur, die lange Zeit nicht auswertbar war, konnte erst mit modernen genetischen Methoden zugeordnet werden. Ermittler konnten schließlich einen Treffer in einer genetischen Datenbank erzielen, der auf den heute Angeklagten hindeutete. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord, sexuellen Missbrauch und gefährliche Körperverletzung vor. Der Prozess, der nun in Koblenz beginnt, gilt als Meilenstein für die Aufklärung alter Straftaten durch moderne Spurensicherung.
Die Tat hatte damals große mediale Aufmerksamkeit in Rheinland-Pfalz und den USA ausgelöst. Amy Lopez studierte an der Universität Koblenz im Rahmen eines Austauschprogramms. Ihre Ermordung hinterließ tiefe Spuren in der lokalen Gemeinschaft und bei ihrer Familie. Die Wiederaufnahme der Ermittlungen nach Jahrzehnten zeigt, dass selbst scheinbar ausgetretene Spuren mit neuen Technologien neu belebt werden können. Das Gericht muss nun entscheiden, ob die Beweislage für eine Verurteilung ausreicht – trotz der langen Zeit zwischen Tat und Anklage.
Quellen: Süddeutsche Zeitung