Bei einer koordinierten Aktion der deutschen und serbischen Ermittlungsbehörden ist ein Schlag gegen eine mutmaßliche Schleuserbande gelungen. In der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken sowie in Serbien wurden am Mittwoch drei Verdächtige festgenommen. Den Männern wird vorgeworfen, als Teil einer organisierten kriminellen Gruppe mindestens 100 Migranten von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien und weiter nach Deutschland geschleust zu haben.
Den Ermittlungen zufolge verdiente die Gruppe mit den illegalen Transporten mehrere Hunderttausend Euro. Die Verdächtigen sollen dabei nicht nur Fluchtwege organisiert, sondern auch für die Beschaffung von Dokumenten und die Unterbringung entlang der Route gesorgt haben. Die Durchsuchungen und Festnahmen erfolgten im Rahmen einer von der Generalbundesanwaltschaft geleiteten Untersuchung.
Die Staatsanwaltschaft begründet die internationale Reichweite der Maßnahmen mit der transnationalen Struktur der Bande: Während die Organisation in Nordafrika agierte, dienten Wohnungen in Saarbrücken als logistische Drehscheibe für die Weiterreise der Migranten innerhalb Europas. Die drei Haftbefehle wurden aufgrund des Verdachts der schweren Menschenhandlung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vollstreckt.
Die Festnahmen verdeutlichen erneut die Rolle des Saarlandes als Knotenpunkt in grenzüberschreitenden Ermittlungen. Die Polizei in Saarbrücken arbeitete eng mit Europol und den serbischen Behörden zusammen. Weitere Ermittlungen laufen, um mögliche Komplizen und finanzielle Strukturen aufzudecken.
Quellen: ntv – Nachrichten, Spiegel Online – Schlagzeilen