Im niedersächsischen Stade geschockte Ermittler und Bevölkerung durch den Tod des mutmaßlichen Sechsfachmörders, der in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde in seiner Zelle tot aufgefunden wurde. Der Mann, der unter dringendem Tatverdacht stand, mehrere Menschen in einer Einrichtung für Mutter und Kind getötet zu haben, soll sich nach vorläufigen Erkenntnissen das Leben genommen haben. Die genauen Umstände seines Todes sind noch nicht abschließend geklärt, es wird jedoch vermutet, dass er sich mit Bettwäsche erhängt haben könnte.
Die Entdeckung des Toten löste eine Welle der Empörung aus. Wie der WELT-Investigativreporter Sergen Kaya berichtet, könnte der Mann bereits über Stunden tot in seiner Zelle gelegen haben, ohne dass das Wachpersonal Alarm schlug. Diese schwerwiegenden Versäumnisse im Überwachungssystem der JVA Bremervörde werfen nun Fragen zur Sicherheitspraxis in niedersächsischen Justizvollzugsanstalten auf. Besonders kritisch: Es hatte zuvor Hinweise auf Suizidabsichten des Häftlings gegeben, die offensichtlich nicht ausreichend ernst genommen wurden.
Die niedersächsische CDU forderte unverzüglich eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. In einer ersten Stellungnahme verlangte die Oppositionspartei von Justizministerin Elena Engel (Grüne), die Umstände der mutmaßlichen Sicherheitspannen offenzulegen und Konsequenzen zu ziehen. „Ein solcher Fall darf sich in keinem Gefängnis Niedersachs wiederholen“, erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen eine interne Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob Dienstpflichtverletzungen vorliegen und ob strafrechtliche Verantwortung gegebenenfalls auch bei Justizbediensteten greift.
Quellen: Welt Online, ntv – Nachrichten