Das Berliner Sommerbad Lichterfelde steht vor dem endgültigen Aus. Das knapp 120 Jahre alte Freibad, liebevoll „Spucki“ genannt, wird nach Informationen des Tagesspiegels absehbar nicht mehr saniert. Bürgerinnen und Bürger müssen sich damit abfinden, dass die Anlage, die in der Vergangenheit immer wieder durch ihre historische Atmosphäre und den direkten Zugang zu Naturerlebnissen überzeugte, nicht mehr öffnen wird.
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat klare Prioritäten gesetzt – und das Bad steht offenbar nicht mehr an erster Stelle. Die finanziellen Ressourcen für die dringend notwendige Sanierung fehlen, obwohl die Nachfrage in den Sommermonaten regelmäßig hoch ist. Die mangelnde Planungssicherheit und die hohe Sanierungsintensität haben dazu geführt, dass das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.
Die Entscheidung stößt auf Kritik bei Anwohnern und Initiativen, die sich seit Jahren für den Erhalt des Bades einsetzen. „Das Spucki wird nicht priorisiert“, heißt es aus der Bezirksverwaltung – eine Aussage, die bei vielen Nutzern Enttäuschung auslöst. Das Bad war nicht nur ein Erholungsort, sondern auch ein Symbol für die Erhaltung historischer Kulturlandschaften in der wachsenden Stadt.
Angesichts der zunehmenden Hitzewellen in Berlin wäre die Wiederinbetriebnahme eines öffentlichen Freibads dringend notwendig gewesen. Doch ohne konkrete Fördermittel oder politisches Engagement könnte das „Spucki“ bald nur noch Erinnerung sein.
Quellen: Der Tagesspiegel