Tausende Menschen haben am Samstag in Berlin den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Unter dem Motto Vielfalt, Freiheit und Solidarität zog eine farbenfrohe Parade mit rund 80 Wagen und zahlreichen Fußgruppen durch die Innenstadt. Glitzer, Regenbogenfahnen und bunte Kostüme prägten das Bild – doch hinter der ausgelassenen Stimmung steht eine ernste Botschaft: Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und gesellschaftliche Akzeptanz ist keineswegs selbstverständlich.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) beteiligte sich am Zug und betonte in einer kurzen Ansprache die politische Bedeutung des Tages. „Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, Haltung zu zeigen“, sagte er. Angesichts zunehmender rechtspopulistischer Tendenzen in Deutschland und weltweiter Einschränkungen queerer Rechte sei der CSD mehr als eine Party – er sei ein klares Bekenntnis zur Demokratie und zum Schutz Minderheiten.
Die Polizei beobachtete den Umzug intensiv und überprüfte am Potsdamer Platz 15 Personen einer mutmaßlich rechten Gruppierung, die als Gegenprotest auffällig geworden waren. Ein Großaufgebot sicherte die Route, um die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten. Nach Angaben der Veranstalter zählten sie mehrere hunderttausend Zuschauer und Demonstranten – ein klares Zeichen für die ungebrochene Relevanz des CSD in der deutschen Hauptstadt.
Die Organisatoren verwiesen darauf, dass der CSD ursprünglich aus dem Kampf um Gleichberechtigung entstand und bis heute ein Symbol gegen Hasskriminalität und Diskriminierung sei. „Was nach Party aussieht, hat einen ernsten Hintergrund“, hieß es in einer Mitteilung. Die Feierlichkeiten endeten am Abend mit Konzerten und Kundgebungen am Brandenburger Tor.
Quellen: Der Tagesspiegel, ntv – Nachrichten