Theater Willy Praml in Frankfurt spielt Peter Handkes „Selbstbezichtigung“

Im Frankfurter Theater Willy Praml wird Peter Handkes bekanntes Sprechstück „Selbstbezichtigung“ erneut auf die Bühne gebracht. Die Inszenierung, geleitet von Michael Weber, läuft in der Naxoshalle und hat bereits für Aufmerksamkeit in der lokalen Kulturszene gesorgt. Das Werk, in dem der Sprecher sich systematisch aller möglichen Taten und Gedanken schuldig bekennt, wirkt bis heute nach und fordert das Publikum heraus.

Webers Interpretation betont die psychologische Tiefe und die gesellschaftskritische Dimension des Textes. Statt klassischer Bühnenbilder setzt die Aufführung auf Reduktion: Ein einzelner Darsteller steht im Fokus, begleitet von Licht- und Klangakzenten, die die innere Zerrissenheit unterstreichen. Das Stück werde „nicht als Selbstgeißelung, sondern als Spiegel unserer kollektiven Schuldgefühle“ verstanden, so Weber in einem Vorfeld-Interview.

Die Wahl des Werks ist nicht unumstritten, da Handke international auch wegen seiner umstrittenen politischen Äußerungen kritisiert wird. Doch das Theater betont, es gehe um die literarische Kraft des Textes, nicht um die Person. „Wir laden zum Nachdenken ein, nicht zur Zustimmung“, heißt es aus dem Haus. Die Aufführungen laufen zunächst bis Mitte September und sind bereits weitgehend ausverkauft.

Quellen: FAZ Online