Trainer-Original Wollitz: Warum Energie Cottbus auf einen Unikat setzt

Claus-Dieter „Pele“ Wollitz ist nicht nur Trainer von Energie Cottbus – er ist eine Institution. In Zeiten von Datenanalysten und taktischen Perfektionisten gilt der 58-Jährige als letzter Vertreter einer alten Schule: emotional, direkt und tief mit dem Verein verwurzelt. Sein Motto: „Die Menschen kommen nicht, um 0:0-Spiele zu sehen.“ Diese Philosophie prägt nicht nur die Spielweise, sondern auch die Kultur innerhalb des Teams.

Wollitz erlaubt seinen Spielern, bis 5 Uhr morgens zu feiern – unter der Bedingung, dass sie ihre Leistung bringen. Ein Vertrauensvorschuss, der in der modernen Bundesliga selten geworden ist. Doch der Coach geht noch weiter: Für die Saisonvorbereitung ließ er eine medizinisch notwendige Operation aufschieben, um die Mannschaft nicht in einer entscheidenden Phase zu verlassen. Eine Geste, die im Verein und bei den Fans tiefen Respekt auslöst.

Sein Führungsstil basiert auf Loyalität, Nähe und Verantwortung – Werte, die in der Lausitz besonders geschätzt werden. In einer Zeit, in der viele Trainer nach wenigen Niederlagen entlassen werden, bleibt Wollitz eine konstante Figur. Seine langfristige Bindung an Cottbus gilt als seltenes Beispiel für Stabilität im deutschen Profifußball. Nun soll er mit seiner unkonventionellen Art den Klassenerhalt in der 2. Liga schaffen – und damit ein weiteres Kapitel seiner außergewöhnlichen Karriere schreiben.

Quellen: Der Tagesspiegel