Die Isar fließt derzeit durch München auf einem historisch niedrigen Pegel. Nach Angaben der bayerischen Wasserwirtschaftsämter erreichte der Fluss in den letzten Tagen Werte, die so seit Jahren nicht mehr gemessen wurden. Besonders im Stadtzentrum ist der Rückgang deutlich sichtbar – an einigen Stellen treten Kiesbänke weit hervor, die normalerweise unter Wasser liegen.
Trotz der dramatischen Bilder in der Innenstadt sehen Wissenschaftler das Hauptproblem woanders: im alpenländischen Hochgebirge. „Die Schneeschmelze war in diesem Jahr früh und extrem intensiv, gefolgt von einem trockenen Frühsommer“, erklärt Hydrologin Dr. Lena Flaucher von der TU München. „Das Wasser kam zu schnell – große Mengen konnten nicht gespeichert werden. Jetzt fehlt es in den unteren Läufen.“
Die aktuelle Trockenheit stellt Kommunen vor Herausforderungen: Bewässerungsverbote wurden ausgeweitet, und Naturschützer warnen vor Auswirkungen auf Fischbestände und Flussökosysteme. Langfristig fordern Expert:innen eine bessere Anpassung der Wasserbewirtschaftung an die klimatischen Veränderungen. Auch wenn München derzeit noch ausreichend Trinkwasser hat, sei eine neue Denkweise nötig, so Flaucher: „Wir müssen lernen, mit weniger Wasser zu planen.“
Quellen: Süddeutsche Zeitung