Verkehrssenatorin Bonde stellt kostenloses Schülerticket infrage

Angesichts der angespannten Haushaltslage in Berlin rückt das kostenlose Schülerticket erneut in den Fokus der Debatte. Verkehrssenatorin Annaïk Bonde (Grüne) machte am Montag deutlich, dass Einsparungen in der Schülerbeförderung zur finanziellen Stabilisierung des Landes beitragen könnten. Demnach ließen sich für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 rund 106 Millionen Euro einsparen, wenn das Angebot überdacht oder modifiziert würde.

Das kostenlose Ticket für Schülerinnen und Schüler war 2022 im Rahmen des sozialen Nahverkehrsprogramms von Berlin eingeführt worden. Seitdem nutzen es Zehntausende Kinder und Jugendliche jeden Tag, um kostenlos mit Bus und Bahn zur Schule zu fahren. Doch der hohe finanzielle Aufwand belastet den Haushalt – besonders vor dem Hintergrund steigender Inflation und zahlreicher anderer Investitionsprioritäten, etwa in die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur.

Bonde betonte, dass eine Abschaffung oder Einschränkung nicht beschlossen sei, aber auf dem Prüfstand stehe. „Wir müssen alle Ausgaben kritisch prüfen, um die Stadt finanziell handlungsfähig zu halten“, sagte sie. Gleichzeitig solle geprüft werden, ob eingespartes Geld gezielt in die Verbesserung des ÖPNV fließen könnte – beispielsweise in die Modernisierung von Bahnhöfen oder den Ausbau von Linien.

Die Opposition reagiert unterschiedlich: Während die CDU Einsparungen grundsätzlich begrüßt, fordert die SPD, soziale Leistungen nicht auf Kosten benachteiligter Familien zu kürzen. Die Linkspartei warnte vor einer sozialen Schieflage. Die Diskussion um das Schülerticket spiegelt die schwierige Balance zwischen sozialer Teilhabe und finanzieller Realität in der Berliner Stadtregierung wider.

Quellen: Der Tagesspiegel